Die Hunde werden darauf trainiert, Menschen aufzufinden.

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Nicht eine Sekunde lässt sie ihr Frauchen aus den Augen. Das hat sie geheißen, liegen zu bleiben und zu warten, bis es seine Jacke angezogen hat. Die Rede ist von Sally und Cornelia Stauf. Die folgsame Border-Collie-Hündin ist nicht irgendein Hund, sondern Teil eines von elf Hund-Mensch-Teams, die sich als Rettungshundestaffel bei den Johannitern des Regionalverbandes Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen auf die Suche nach Vermissten begeben. „Etwa 20 Einsätze haben wir im Jahr“, sagt Gruppenführer Ralf Lambrecht. Er selbst führt keinen eigenen Hund, weil sein Beagle aus dem Tierheim psychisch zu labil für den Job ist. „Er ist unser Maskottchen“, sagt Lambrecht und verweist auf seine Ehefrau. Helga und ihren kroatischen Schäferhund, die als Ausbilderin in der Staffel arbeitet.

Das Training erfolgt mittels Dummies.

Der Jagdtrieb der Hunde wird zum Training genutzt

Auch Inge Seebach ist eine stellvertretende Staffelführerin und schon lange dabei. Mit ihrer Stockhaar-Border-Collie-Hündin Amy trainiert sie mittwochs und sonntags. „Man muss ständig dabei bleiben, damit die Hunde das Gelernte nicht vergessen“, weiß sie zu berichten. Denn um einen Hund wie den sechsjährigen Terrier-Mix Karl, den Heike Trautmann führt, auf die Prüfung zum Rettungshund vorzubereiten, braucht es mindestens zwei Jahre. „Wir nutzen den Jagdtrieb und werfen eine Beute, die er zurückbringt. Währenddessen versteckt sich jemand entlang des Wegs. Wenn der Hund auf diesen Menschen reagiert und zu ihm läuft wird er belohnt“, verrät Seebach das Geheimnis des Trainings. Die positive Verstärkung funktioniert und die Menschen nehmen im weiteren Verlauf für den Hund außergewöhnliche Haltungen ein, sie kauern oder legen sich auf den Boden. „So lernt der Hund, auf Personen zu reagieren, die sich irgendwie anders verhalten“, erzählt die Ausbilderin.

Hunde sollten nicht älter als sechs Jahre sein

Nach Abschluss der Prüfung, bei der ein Hund nicht älter als sechs Jahre sein sollte, muss diese alle zwei Jahre wiederholt werden. Etwa zehn Wochenstunden, die rund 20 Einsätze im Jahr mitgerechnet, absolvieren die Ehrenamtler, die alle eine Ausbildung zum Sanitätshelfer abgeschlossen haben. Da stellt sich die Frage nach der Motivation. „Um anderen Menschen zu helfen und den Hund sinnvoll zu beschäftigten“, begründet Cornelia Stauf ihr Engagement, für das die Helfer keinerlei Vergütung erhalten. Lediglich die Ausbildung, die Kleidung und die Kenndecke für die Hunde, die zusätzlich mit Glöckchen und einem Licht ausgestattet ist, wird von den Johannitern übernommen. Auch Ausbilderin Seebach sieht in ihrem Engagement eine sinnvolle Beschäftigung insbesondere für ihren Hund, da Bordercollies „arbeiten müssen“.

Mittelgroße Rassen eignen sich am besten.

Welche Hunde sich eignen

Die Rettungshundestaffel in Sankt Augustin wurde am 3. April 2004 gegründet. Die Tiere werden im Unterschied zu den Mantrailern darauf trainiert, in der Fläche zu suchen. „Ein Hund deckt eine Fläche von bis zu 60.000 Quadratmetern ab“, sagt Lambrecht, der sich bei Einsätzen seit etwa vier Jahren um die technische Ausstattung mit Funk, Karten und Kompass kümmert. Alle gemeinsam schätzen die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und den anderen Rettern vor Ort. Lohn der Arbeit sind Erfolge, etwa wenn eine psychisch kranke junge Frau vor dem Selbstmord bewahrt werden kann. Die Hunde zeigen jeweils mit Bellen an, wenn ihre Suche erfolgreich war. Eine nette Abwechslung dazu sind die Besuche in den Kindergärten und Grundschulen, die Kindern die Begegnung mit Hunden nahe bringen sollen. Als Rettungshunde eignen sich alle Rassen bis auf die kurzschnäuzigen wie Mops und Pekinese. Ideal sind mittelgroße Tiere, wobei sogar ein Rottweiler zum Team gehört. Wichtig ist, dass die Tiere gehorsam und sozialverträglich mit Mensch und Hund sind.

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