Eine Liebe im Zeichen von Elvis Presley

Elvis-Museum

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Ein Kaugummi mit Elvis-Porträt, ein roter Original-Teppichboden aus Graceland, gerissene Konzert-Tickets von 1971 – und von 1977 finden sich im rheinland-pfälzischen Grenzort Kircheib. Letztere sind nicht gerissen, denn der King starb vier Tage vor dem Konzert, wie Irma Stanton berichtet. „Die Tickets sind noch heute gültig“, sagt Wilfried Henne alias Jonny Winters. Der Elvis-Imitator und seine Ehefrau sind glühende Fans des King of Rock’n Roll. Da wundert es nicht, dass sich über diese Leidenschaft auch kennen- und liebengelernt haben. Es war der 30. Todestag des Jahrhundert-Künstlers, an dem die gebürtige Mannheimerin als Vorstandsmitglied des Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg, dem Ort, in dem Elvis von 1958 bis 60 stationiert war, eine Ausstellung organisierte. Kurioserweise war Jonny Ende der 1990er Jahre eins der Gründungsmitglieder des Vereins gewesen.

Der Friseurstuhl von Elvis Presley

„Wir waren uns vorher noch nie begegnet“, erzählt Irma aus dem Jahr 2007 – dem Jahr, in dem die Amerikaner die Kaserne aufgaben und Karl Heinz Stein, der Elvis dort in seinem Friseurbetrieb die berühmte Tolle frisiert hatte, musste seine kleine dortige Ausstellung auflösen. Dessen Herzstück, der Original-Friseurstuhl samt Schere und Kamm, bildete 2014 den Grundstock zum Elvis-Museum. „Wir waren eng mit ihm verbunden“, erzählt Jonny von Friseur Karl Heinz Stein, der erst vor kurzem verstorben ist. Jonnys eigene Elvis-Imitator-Karriere hatte bereits im Jahr 1979 am Kölner Tanzbrunnen beim Talent-Wettbewerb begonnen. Seit seinem 12. Lebensjahr spielt Jonny Gitarre und interpretierte den King in Köln sehr überzeugend. Ein Schlüsselerlebnis brachte ihn schließlich dazu, seinen Job als Elektriker an den Nagel zu hängen und sich vollends der Musik zu widmen.

Gospels von Elvis Presley

Es war im Jahr 1984, als er für ein Subunternehmen der RWE eine Hochspannungsleitung verlegen sollte. Jonny kletterte auf den Mast, der Strom war abgeschaltet. Doch es war noch Restspannung im Kabel – und die reichte aus, um den gerade im Gittermast Kletternden fast zu töten. „11.000 KW sind durch meinen Körper gejagt. Dass ich gerade in der Kletterbewegung war, hat mir das Leben gerettet“, erzählt der Elvis-Imitator und verweist auf eine kleine Narbe an der linken Seite seines Brustkorbs. Dort trat der Strom ein und an seinem rechten Oberschenkel wieder aus. „Ich hatte ein Riesen-Glück, mein Herz wurde nur knapp verfehlt“, so Jonny, der nicht nur damit Glück im Unglück hatte. Auch, dass er es noch geschafft hatte, sich ins Seil einzuhaken, hatte ihn vor dem Absturz bewahrt. In großer Dankbarkeit versprach er nach seiner Genesung in einer kleinen Kapelle, Gott ewig zu danken. Das tut er seither nicht nur bei seinen jährlichen Rom-Reisen, sondern auch bei den Gospel-Konzerten, die er – natürlich mit Elvis-Gospels – in Kirchen gibt. Die jährlichen Reisen in den Vatikan und in Elvis’ Heimat nach Memphis organisiert er seit 2011 zusammen mit seiner Ehefrau auch für andere Interessierte.

Umfangreiche Elvis Presley-Sammlung

Außer dem Friseurstuhl lieferten die umfangreichen Sammlungen des Paars den Grundstock für das 550 Exponate umfassende Museum im Untergeschoss seines Elternhauses. Irma, die noch im Kennenlern-Jahr nach Kircheib gezogen war, sammelt bereits seit 1977, Jonny ebenso. Nur ein Teil ist im Museum ausgestellt und dokumentiert das Leben des King of Rock von 1958 bis 1977. Original-Kinopakate aus den Jahren 1956 bis 1967, Platten und Kinofilme, Elvis-Fotos und Autogramme aus seiner Zeit in Deutschland, das Abzeichen seiner militärischen Jacke, seine Ausgeh-Uniform, Bühnen-Outfits, E-Gitarren, und eine Original-Ausgabe der Zeitung, die 1977 seinen Tod verkündete, gehören dazu. Komplettiert wird das Ganze mit Elvis-Werbeartikeln wie Kaugummis, Teppiche und T-Shirts sowie diversen Sammlerstücken aus den 1960er Jahren wie ein Barbie-Puppen-Hochzeitspaar. Passendes Mobiliar und ein Fernseher aus dieser Zeit tragen zur Lebendigkeit der Ausstellung bei.

„Wir haben jeden Sonntag geöffnet“, sagt Irma, die Kleingruppen durchs Museum führt, während Jonny den übrigen Besuchern die Wartezeit in einem mit einem original belgischen Tarnnetz versehenen Zelt vor dem Eingang bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen mit Elvis-Songs vertreibt. Eine Elvis-Silhouette weist auf das Museum hin. http://jonnywinters.de/elvis-museum.html

Elvis-Museum

Fakten zum Elvis-Museum

Seit 2014 gibt es das Elvis-Museum im rheinland-pfälzischen Grenzort Kircheib, Röttgenstraße 6 (etwa zehn Kilometer von Eitorf). Es wird betrieben von dem Elvis-Imitator Jonny Winters und seiner Ehefrau Irma Stanton. Beide sammeln schon von Jugend an alles, was an den Künstler, der von 1958 bis 1960 in der Kaserne in Friedberg (Hessen) stationiert war, erinnert.
Herzstück der Sammlung ist ein Original-Friseurstuhl, auf dem der King von Friseur Karl-Heinz Stein frisiert wurde. Dokumente, Fotos, Plakate und Schallplatten dokumentieren sein Leben zwischen 1958 und 1977. Einmal jährlich organisiert das Ehepaar eine zweiwöchige Reise in die Heimat des King.
Der Eintritt kostet 15 Euro inklusive Kaffee und Kuchen sowie Live-Musik. Das Museum ist jeden Sonntag sowie nach telefonischer Vereinbarung für Gruppen und Schulklassen geöffnet. Gebucht werden kann es inklusive Stretch-Limousine auch für Geburtstage und Hochzeiten.

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